

Wort zum Sonntag 2012-01-15
geschrieben von Pfarrer Nocke am
Sonntag, den 15.01.2012
Liebe Leserinnen und Leser,
Warum sind die Engel weggeflogen? Weil sie Flügel haben.
So wie der Geist Gottes später bei Jesu Taufe in Gestalt einer Taube vom Himmel herabkommt, so stellen wir uns auch die Boten Gottes vor: Dass sie aus den lichten Höhen, in denen wir Gott vermuten, herabfliegen zu uns Menschen und sich dabei auf kaum beschreibbare Weise fortbewegen, sich annähern und wieder fortmachen.
Inzwischen haben wir Menschen den Luftraum erobert und mit großem Einsatz
an Material zu einem weltumfassenden Verkehrsweg gemacht.
Aber Engel sind mir auf meinen Flugreisen noch nicht begegnet.
Heute hängen wir sie in den Weihnachtsbaum, als schmückende Bilder, als Sinnbild für Erinnerungen und Hoffnungen.
Erinnern wir uns daran, zu wem die Engel mit der guten Nachricht von Christi Geburt zuerst gekommen sind: Zu den Hirten auf dem Felde.
Diese gehörten zu den ersten, die weitererzählten, was sie gesehen und gehört hatten.
Das konnte ja auch nicht anders sein: der „neugeborene König“ kam aus dem Geschlecht Davids, eines - Hirtenjungen und späteren Königs.
Aus welchem Hause sind wir, wenn wir Geschwister Jesu sind, Geschwister miteinander?
Wir sind aus dem Hause derer, die sich tagtäglich auf dn Weg machen, die gute Nachricht zu verkünden mit Wort und Tat.
Wir sind aus dem Hause derer, die sich die Füße schmutzig machen, die anderer Lasten zu tragen haben, die auf Hoffnung hin leben.
Wir sind aus dem Hause derer, die sich die Hände schmutzig machen, um anderen zu helfen, sie zu trösten, zu stützen und zu schützen.
Wir sind aus dem Hause derer, die sich den Mund verbrennen an dem, was gesagt werden muß gegen die Macht der Gleichgültigen, der Unbarmherzigen, der Lieblosen.
Wir sind aus dem Hause derer, die nicht wegfliegen, wenn wir denn Flügel hätten.
Wir sind aus dem Hause derer, die nach dem verlorenen Schaf suchen.
Und: Wir sind aus dem Hause jenes Hirten, der sagt: „Ich bin in den Schwachen mächtig.“
Ich wünsche uns allen ein gesegnetes Jahr 2012.
Ihr Pfarrer Hartmut Nocke